Tot oder nicht tot?

Elsa-Sophie Jach inszeniert am Münchner Residenztheater das bekannteste Theaterstück von Shakespeare – „Romeo und Julia“ – auf eine faszinierend neue Art und Weise. Und ob Julia am Ende wirklich tot ist? – unklar. Am 26. Juni durften wir die dreistündige Vorstellung erleben.

Das Stück balanciert zwischen der klassischen Form und modernen Elementen. Es weicht zwar vom Original ab, aber inhaltlich gibt es Parallelen: Laut dem Plan ihrer Eltern soll Julia Graf Paris heiraten, gesteht aber ihre Liebe zu Romeo, der aus der verfeindeten Familie der Montagues stammt. Nach mehreren Toten wird Romeo schließlich verbannt und Julia täuscht ihren Tod vor, um mit ihm zusammen zu sein. Er erfährt nicht von ihrem Plan und nimmt sich das Leben, ebenso wie Julia, nachdem sie erwacht und es sieht. Während das klassische Ende im Hintergrund auf einer großen Leinwand gezeigt wird, steht Julia – die Romeo offenbar doch nicht in den Tod gefolgt ist – auf der Bühne und beendet die Vorstellung mit einem Monolog. Den Schluss ihrer Inszenierung lässt Jach bewusst offen.

Die live gespielte Musik mit dunklen Beat-Akzenten schafft eine spannungsgeladene Atmosphäre – vom Familienzwist bis zur heimlichen Liebe. Sie kann die Stimmung meist gut veranschaulichen, auch wenn sie nicht immer ganz passend ist. Auch das Bühnenbild ist modern gestaltet: Es hat nur eine Komponente – eine große Stahlkonstruktion – , ist aber vielseitig nutzbar, wodurch es sich jeder Situation anpassen kann.

Die Regisseurin hat die Darstellung der Frau stark verändert, indem sie einerseits zwei Rollen mit Frauen besetzt hat, welche ursprünglich von Männern besetzt wurden, und andererseits die Mutter von Romeo als starke, alleinerziehende Mutter darstellt. Dadurch durchbricht sie das alte, stereotypische Denken in Rollenbildern und stellt das Stück feministischer und somit passend zur heutigen Zeit dar.

Während die Hauptdarsteller Vincent von Linden und Lea Ruckpaul das Publikum mit ihrer romantischen und leidenschaftlichen Art vollkommen in ihren Bann gezogen ziehen, sorgen dabei die Amme und der Pater mit ihren humorvollen Szenen für eine aufgelockerte Stimmung. Die Dialoge zwischen den Hauptcharakteren sind durch ihre spürbare Leidenschaft mitreißend und dennoch kann man dem Stück gut folgen. Mit der Kostümwahl der Charaktere wird die feministische und moderne Haltung der heutigen Zeit betont.

Allumfassend ist das Theaterstück Romeo und Julia definitiv sehenswert. Bevor man das Stück allerdings besucht, sollten ein paar wenige Infos zu Shakespeares Werk gesammelt werden, um auch die neu interpretierte Version des Stücks verstehen zu können.

Klasse 10a

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