Als Abschluss unseres ersten Lektürejahres in Latein freuten wir uns schon lange auf die Lateinfahrt nach Regensburg in der letzten Schulwoche.
Auch wenn das Wetter für Juli fast schon herbstlich kühl und mit Regenschauern gespickt war, ließen wir, die Klassen 9a und c, uns die gute Laune nicht verderben.
Nach der Busfahrt von Höhenkirchen-Siegertsbrunn zur Jugendherberge Regensburg brachen wir von dort zu einer 1,5 stündigen Wanderung durch Stadtamhof und entlang der Donau gen Mariaort auf. Am Naabufer erwartete uns dann die nach römischem Vorbild nachgebaute Galeere „navis lusoria“. Nach einer Einweisung durch Mitarbeiter der Universität Regensburg ging es mit einigermaßen synchronen Ruderschlägen auf den nassen Limes, der ehemals römisches Territorium vom germanischen Barbarenland trennte. Als Kaiser Mark Aurel 179 n.Chr. das Lager am Regen (castra Regina) gegründet hatte, siedelte er dort die dritte italische Legion zur Absicherung gegen den nördlichen Feind an.

Im Anschluss an die körperliche Ertüchtigung konnten wir uns im nahegelegenen Gasthof „Krieger“ stärken.
Zurück in der Jugendherberge wurden die Zimmer inspiziert, Betten bezogen und erste Erkundigungen angestellt.
Jeweils vor und nach dem Abendessen wurden unsere beiden Klassen schließlich von einem römischen Legionär in das Lagerleben der römischen Soldaten, ihre Ausstattung und in die Waffenkunde eingeführt.

Nach der ersten Nacht durften wir uns am Vormittag des darauffolgenden Tages mit Hilfe einer Action Bound Rallye in Kleingruppen auf die Spuren der Römer innerhalb der Altstadt begeben. Von Mauerresten im Untergeschoß eines Parkhauses bis hin zur berühmten Porta Praetoria – einem der ursprünglich vier Haupttore des Legionslagers -, das heutzutage in die Gemäuer eines Hotels integriert ist, wurden wir sukzessive in die Antike zurückversetzt.

Am Nachmittag war uns Jupiter gewogen und schickte uns unter traumhaften Sonnenschein mit der „Kristallprinzessin“ auf eine Schifffahrt nach Donaustauf zur Walhalla.

Auch wenn der Bau der Ruhmeshalle mit ihrem Auftraggeber, dem bayerischen König Ludwig I., weit nach dem Zerfall des römischen Reiches datiert werden muss, erinnert ihr äußeres Erscheinungsbild doch sehr stark an einen antiken griechischen oder römischen Tempel.
Um den zweiten Tag abzurunden, begaben wir uns am Abend nochmals unter fachkundiger Führung in die Altstadt und erkundeten die römischen Überreste.

Am dritten Tag hieß es dann schon wieder „alle Zelte abbrechen“.
Bevor es allerdings in die oberbayerische Heimat zurückging, erhielten wir im Haus der Bayerischen Geschichte abschließend einen bis in die Neuzeit reichenden Einblick über die historischen Ereignisse in Regensburg im Speziellen und in Bayern im Allgemeinen.

Summa summarum hatten wir eine richtig tolle Zeit in der ehemaligen römischen Provinz Rätien und nehmen schöne Erinnerungen mit in die 10. Jahrgangsstufe.
Lydia Meyer (für die Fachschaft Latein)




