Dass in Bayern vor etwas mehr als 100 Jahren eine eigene Revolution, eine Räterepublik unter sowjetischem – was in Russisch „Rat“ bedeutet – Vorbild vorherrschte und zudem über dieses System bürgerkriegsähnliche Schlachten rund um München ausgetragen wurden, war vielen von uns 12. Klässlern am Gymnasium fremd gewesen. All das wirkte auf uns zu weit weg, als dass unsere uns doch allen bekannte Stadt München mal eine solche Zeit durchlaufen hätte.
Um diese Wissenslücke zu beheben, nahm sich der Historiker Florian Sepp mit seinem Schwerpunkt auf bayerische Geschichte am 16.01.2026 eineinhalb Stunden Zeit, uns von genau diesen Umständen und der Geschichte unserer Landeshauptstadt zu erzählen. Hauptsächlich tätig ist Herr Sepp in der Bayerischen Staatsbibliothek und beim Historischen Lexikon Bayerns.
In seinem Vortrag knüpfte er an unseren Geschichtsunterricht an und erweiterte unser Verständnis durch eine Lupenschau rund um die spezifischen Ereignisse nach dem Ersten Weltkrieg in München und Bayern.
Er stellte uns beispielhaft für die Revolution die Persönlichkeit Kurt Eisners vor. Dieser war USPD-Publizist und trug als Anführer der Revolutionsbewegung im November 1918 wesentlich zum Sturz der Wittelsbacher Monarchie bei. Im Anschluss ging er als erster Ministerpräsident des Freistaats Bayern in die Geschichte ein. Als er Anfang des nächsten Jahres nach verlorener Wahl zurücktreten wollte, wurde er auf dem Weg zu seiner Rücktrittserklärung im Landtag auf offener Straße von einem jungen Soldaten erschossen.
Noch heute kann man zu dieser Tat in München ein Denkmal finden. Dieses befindet sich am Promenadenplatz zur Kardinal-Faulhaber-Straße.
Ein weiteres Denkmal, das zu besichtigen ist, steht am Giesinger Berg in Obergiesing-Fasangarten am Tegernseer Platz. Dabei handelt es sich um die Giesinger Geschichtssäule.
Diese soll an die Opfer der Schlachten zwischen den Anhängern der 1919 ausgerufenen Räterepublik und den Truppen der verdrängten Staatsregierung bzw. rechten Freikorps rund um München erinnern.
Der Vortrag ging zwar mehr als 100 Jahre zurück in der Zeit und stellte uns Schülern eine zuvor unentdeckte Realität dar, lieferte aber dennoch Anknüpfungspunkte wie die Denkmäler in München. Das nächste Mal, wenn wir Schüler also in München unterwegs sind, können wir an diesen Orten mit einem ausgebildeteren Geschichtsverständnis vorbeigehen und mitreden.
Paul Dukatz, Q12
Es wird durchgängig einzig die maskuline Form „Schüler“ verwendet, es sind jedoch beide Geschlechter mitgedacht.

Rotgardist am Marienplatz, Gemälde von Berta Kaiser von 1919




